Mittwoch, April 01, 2009

4 gewinnt — das Original


“Last night crossfading saved my life!” Wir wollen immer noch spielen. Es wird wieder Zeit, die beliebte Reihe „Vier Gewinnt“ in ihrer Geburtspottstadt Bochum wieder auferstehen zu lassen. Ja, wir machen uns rar und besonders. Dafür könnt ihr euch umso mehr auf uns freuen!

Hinterm Musiktresen eure schillernden Paliettenplatten-Gamemaster:

  • Steven from Bascom (Pendler zwischen den Bs und Genres)
  • Frl. W (Schöne Musik und schicke Schwoofschuhe)
  • RRRauschenberg (Hauptstadtexilantin im Heimaturlaub)
  • Möner (Schemeldebütantin, fürs Kettenkarussel zugelassen)
  • Tanzfreudige und gesellige Enthusiasten sind herzlich eingeladen! (Text und Flyer von RRR)

    Freitag, Februar 27, 2009

    Marcus Lenz - Close

    Jost ist ein Getriebener. In seiner Wut ist ihm jede Gelegenheit zur Provokation recht, denn er will sich beweisen, dass er von niemandem abhängig ist und nichts zu verlieren hat. Einsam pöbelt er durch die Straßen der Großstadt. Wird er nach seinem Namen gefragt, lautet die Antwort stets: „Rate doch mal“. Eines Abends trifft er in einem verlassenen Haus auf Anna, die sich dort als einzig verbliebene Mieterin in ihrer Wohnung von der Außenwelt abgeschottet hat. Wo Jost ungestüm nach außen drängt, zieht Anna sich vor der Gesellschaft in die innere Isolation zurück. Verbunden werden die beiden ungleichen Einzelgänger durch ihre Furcht vor der Sprache. Denn Worten, die ihnen die Wahrheit vor Augen führen könnten, gehen sie lieber aus dem Weg. Zwischen ihnen entlädt sich eine heftige und sexuell aufgeladene Gewalt, durch die im Wechselspiel von Macht und Unterwerfung der jeweils andere zum Ausbruch aus dem selbst gewählten Kerker genötigt werden soll. Gemeinsam eilen sie einer finalen Katastrophe entgegen, auf die jedoch auch ein kleiner Lichtblick fällt. Regisseur Marcus Lenz hat mit Close ein Kammerspiel der Gesten und Mimiken inszeniert, in dem kein Wort zu viel fällt und dessen Regeln Christoph Bach und Jule Böwe in den Hauptrollen meisterhaft beherrschen.

    Donnerstag, Februar 05, 2009

    Sin Fang Bous - Clangour

    Aus Island erreicht uns nicht nur Musik von drückender Traurigkeit. Die Insel beheimatet auch den wunderbar leichten Folkpop der Band Seabear. Ihr Sänger und kreativer Motor Sindri Mar Sigfusson fand auf der Suche nach einem Ventil für seine unzähligen musikalischen Ideen zum Solo-Projekt Sin Fang Bous.

    Auf Clangour – so der Titel des ersten Longplayers – wird in ausgewogener Balance aus Experimentierfreude und Eingängigkeit ein schillerndes Mosaik aus findig ausgesuchten musikalischen Elementen zusammengewerkelt. Ob intuitive Songwriter-Miniaturen (Poirot), virtuose Indie-Etüden (Clangour And Flutes) oder durchdachte und variationsreiche Pop- und Folk-Ausarbeitungen (Catch The Light; Melt Down The Knives; Lies): Allen Liedern wohnt der Drang zur Weiterentwicklung inne und vor allem das Vergnügen am kreativen Spiel mit Instrumenten und Tönen. Dass Sigfusson ein großer Bastelfan ist, beweist zudem sowohl das Album-Cover als auch das Video zur ersten Single Advent In Ives Garden: Liebevoll in Szene gesetzte Figuren, mal gezeichnet, mal aus Pappmaché geschnitten und animiert, bestimmen das Geschehen und erinnern in ihrem Arrangement an die Traumsequenzen aus Michel Gondrys Film Science Of Sleep. Überhaupt gäbe Clangour den idealen Soundtrack für einen verspielten Animationsfilm ab. Den höchsten Anspruch stellte Sigfusson bei der Produktion des Albums übrigens an sich selbst, sicherlich auch, um das Profil des eigenen Projektes gegenüber seiner Band Seabear zu schärfen: „I wanted to try to do stuff with my voice I hadn’t done before so there's some singing above my range there and singing through lots of effect stuff.“ Auf Clangour wird die Herausforderung gesucht und zugleich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefunden. Damit öffnen sich kunterbunte Klangräume, die immer neue Eindrücke bieten, je öfter man sie aufsucht.

    Dienstag, Januar 06, 2009

    Creaky Boards - Live

    Von Michigan in die große Stadt: Im Jahre 2004 kehrte Andrew Hoepfner seiner Heimat und dem Indiepopkollektiv Saturday Looks Good To Me den Rücken und machte sich auf nach New York. Hier rief er das Projekt Creaky Boards ins Leben, dessen aktuelles Werk nicht von ungefähr den Titel „Brooklyn Is Love“ trägt. Ein leichter Hang zu Broadway-Theatralik paart sich darauf mit eingängigen Schwoofpop-Melodien, 60er Jingle-Jangle und Beach-Boys inspiriertem Gesang. Nun tourt Andrew zusammen mit Creaky Boards wieder durch Europa. Und mit ihnen weht ein Hauch von großer Welt in die kleine Goldkante. Come to hear these Songs to remember! Präsentiert vom Team Red.

    Montag, 02.02.2009
    ab 2000 Uhr
    Goldkante, Bochum

    Donnerstag, Dezember 25, 2008

    Adolescent Sex



    Whatever gets you through the night
    Just keep on dancing

    Dienstag, November 18, 2008

    Bochum ROYal

    Sa., 13.12.2008
    ab 21.00 Uhr
    in der Goldkante, Herner Str. 13, Bochum


    Bochum ROYal – Liste der Rolls ROYces


    22.00 – 22.15
    Steven From Bascom
    Hercules & Love Affair

    22.15 – 22.30
    Atee
    MGMT - Oracular Spectacular

    22.30 – 22.45
    Tobias K.
    Flying Lotus - Los Angeles

    22.45 - 23.00
    Daniel N.
    Bellavista

    23.00 - 23.15
    Tobias P.
    Elephant 9 - Dodovoodoo

    Montag, November 10, 2008

    Flyte Tymes FÄLLT AUS

    Der für Samstag, den 15. November 2008 angekündigte New Jack Swing-Abend findet NICHT statt. In der Goldkante gibt es an dem Abend ein anderes Programm.

    Dienstag, Oktober 14, 2008

    Nix Gutes Mehr

    Kreativpause bei nur-die-guten. In diesem Monat wird es keine sinnhaltigen Beiträge mehr geben (ob es die vorher gegeben hat, mag jede(r) für sich entscheiden). Ob und wie es einmal weitergeht, wird die Zeit und die Lust dazu entscheiden. Bis dahin verweise ich auf die anderen tollen Blogseiten, die hier rechts in der Spalte anklickbar sind. Oder lest doch einfach mal wieder ein Buch. Das hier zum Beispiel.

    Mittwoch, September 24, 2008

    William DeVaughn - Be Thankful For What You Got

    Ein Song für die Insel, ein Song für die Ewigkeit, a song to remember; eines Tages, wenn es zuende geht, wird hoffentlich die Frage gestellt, was man noch mitnehmen möchte. Das hier sollte bitte dabei sein. Remember brothers and sisters / You can still stand tall.

    Montag, September 15, 2008

    Jersey - Itinerary

    Jersey nennen ihr Album Itinerary. Dazu steht im Wörterbuch: Route, Reise, Reiseverlauf. Den Beginn markiert ein Schild, auf dem steht: It’s the song, not the singer. Wo wurde man zuletzt von einem Instrumental wie Moondial derart eingefangen? Richtig, auf If You Had Stayed von Contriva. Überhaupt Contriva: Jersey stehen ihnen sehr nahe, nicht nur, weil der Gitarrist Max Punktezahl in beiden Bands spielt. Auch, weil dies Musik ist, die einem beisteht, die begleitet, den Weg weist. Musik als Freund, der einem die Tür öffnet, wenn man in verzweifelten Momenten nicht weiß wohin. Musik, die Energie freisetzt, Entschlossenheit zurückgibt und Grimassen schneiden lässt, weil alles doch nur halb so schlimm ist. Denn es gibt sie, Lieder wie Touch The Ground, Shoeshine oder Icebound, die in irgendwelchen Parallelwelten Riesenhits sein müssen, im Diesseits bei Radio Power Play jedoch niemals laufen werden. Macht nichts, man will sich ja auch nicht von jedem Hansel grüßen lassen. Zu guter Letzt ist man kurz versucht, pathetische Sätze über Jerseys Songwriting zu formulieren oder darauf hinzuweisen, dass zwischendurch auch gesungen wird. Doch belässt man es lieber bei einem Kalauer und gibt der Platte – Obacht! – die volle „Punktezahl“. Myspace

    Sonntag, September 07, 2008

    Pino D'angio - Ma Quale Idea

    "Italo-Disco" noch vor seiner Zeit. Coole Scheiße, die ich immer wieder gerne auf die Plattenteller patsche. Patsch.

    Dienstag, September 02, 2008

    Das Mutterschiff hält Kurs! Die Türen - Booty

    Reibt die Gesäße aneinander bis sie funky Funken schlagen: Die Türen lassen ihr Album Popo durch den Mixer jagen. Es zählt, was hinten rauskommt: Booty.

    Sänger Maurice Summen: „Wir haben mit einer Rundmail Produzenten in unserem erweiterten Bekanntenkreis eingeladen, sich ein Stück unseres Albums ‚Popo’ auszusuchen und neu zu interpretieren.“ Im Verteiler standen illustre Gestalten aus dem Dreieck Hamburg, Münster, Berlin: Die dauergrinsende Kunstfigur Alexander Marcus feuert direkt aus dem Schlager-House ein "Tanz den Tanz"-Manifest gegen die Zwänge der Arbeitswelt. Malente, Ex-König des Pop, zerhackt "Sei Schlau, Bleib Dumm" zu minimalistischen Worthülsen aus der Kurznachrichtenhölle; Bobby Conn versetzt dem Disco-Tiger "Amore Mio" eine bluesige Betäubungsspritze und der als Bonus-Mp3 angehängte Erobique-Remix, gibt sich, wie auch das Plattencover, ganz als Reminiszenz an Trio, die NDW-Ahnen im Geiste. Weitere Remixe kommen u.a. von Viktor Marek, Mense Reents und Michael Mühlhaus.

    Was von Popo übrig bleibt sind, trotz aller Filter, die stichelnden Verweise und überkandidelten Karikaturen zum Thema „Arbeit und Soziales“. Was das Ganze soll, wird gleich im ersten Stück gefragt: Alles nur „postmoderner Zitatenschnickschnack“ von füreinander schaffenden Irren? Ist das Satire? Ist es Politik? Beides? Es ist vor allem eins: Das Gegenteil von langweilig. Und die Türen zeigen Charakter, denn wer außer ihnen hat heutzutage noch die „Eier“, sich Disco-Slogans auf die Stirn zu ritzen und dem Gefühl zwischen Hoffnung und Verzweiflung beim Warten in der Job-Center-Schlange die passenden Grooves zu geben? Die CDU Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler mag das als „relativ abgefahren“ bewerten. Andere erleben es als alltägliche Prosa der Verhältnisse. Hut ab also vor den Westfalen aus Berlin. Ihr Mothership hält Kurs.