Freitag, April 24, 2009

The Greatest Dancers #1 - Gimme Your Love

Eine neue kleine Reihe, damit ich mich selber zum Schreiben animiere: Tolle Lieder zum Tanzen, welche die Welt nicht vergessen sollte. Teil 1: Active Force mit "Gimme Your Love". Kam '83 raus und zündet am besten in dieser 12'-Version mit dem langen Intro. Erst heute meinte man zu mir, der Beat wäre ja viel zu langsam. Ich mag aber gerade das Midtempo-Feeling des Stücks, es muss ja schließlich nicht immer das Bretter-Programm sein (außerdem kann man es beim Auflegen ja ein bisschen hochpitchen). Zu sowas mag ich jedenfalls nicht still sitzen, also komm auf den Flur und gib mir Deine Liebe, Baby.

Freitag, April 17, 2009

Lacrosse - Die Schweden-Häppchen

Da haben wir nun sechs junge und sehr hübsch anzuschauende Hipster aus Stockholm (ein Mädchen, fünf Jungen), die mit kesser Pop-Attitüde und energetischem Spiel angetreten sind, allen noch frühjahrsmüden Langschläfern frische Sounds durch die Boxen zu blasen. Die schwedische Band Lacrosse klingt, als spielten aufgeregt herumtrippelnde Kinder Musik für Erwachsene. Und das ist bitte als Kompliment zu verstehen.

Der erste Song der neuen Platte „Bandages For The Heart“ nennt sich denn auch passend dazu „We Are Kids“. Überhaupt stecken die Songtitel das musikalische und programmatische Terrain des zweiten Lacrosse-Albums präzise ab. „I see a Brightness“ ist dreist unromantischer Sonnenschein-Rock, daneben gibt „It’s Always Sunday Around Here“ eine unbefangen-schrammelige Hymne auf die Lazyness des Lebens ab. Wie auf ihrem Debut “This New Year Will Be For You and Me” hüpfen Lacrosse mit fröhlicher Zuversicht gen Zukunft, sind dabei aber nicht mehr so leichtsinnig und keinesfalls naiv. Vielleicht war es der Produzentenschliff von Jari Haapalainen (Moneybrother, The International Noise Conspiracy), der die Musik von Lacrosse noch kantiger gemacht hat. Sie zu hören ist jedenfalls ein wenig so, wie Unmengen leckeres Eis zu essen und dabei das Bauchweh am Abend in Kauf zu nehmen; oder im Freibad auf der Wiese zu liegen, und freudig darauf zu warten, dass man vom Nächsten, der aus dem Wasser steigt, nass gespritzt wird. So stehen auf „Bandages For The Heart“ die unbefangenen Momente gleichberechtigt neben den nachdenklichen; im Titelsong zum Beispiel oder im verzweifelten, aber entschlossenen „Excuses, Excuses”: But I’m sick of these excuses / It’s not that hard to say goodbye. Am Ende des Albums heißt die entscheidende Frage dennoch: What’s wrong with love? Ja was eigentlich? Der Frühling braucht nicht mehr kommen, er ist schon längst da.

Mittwoch, April 01, 2009

4 gewinnt — das Original


“Last night crossfading saved my life!” Wir wollen immer noch spielen. Es wird wieder Zeit, die beliebte Reihe „Vier Gewinnt“ in ihrer Geburtspottstadt Bochum wieder auferstehen zu lassen. Ja, wir machen uns rar und besonders. Dafür könnt ihr euch umso mehr auf uns freuen!

Hinterm Musiktresen eure schillernden Paliettenplatten-Gamemaster:

  • Steven from Bascom (Pendler zwischen den Bs und Genres)
  • Frl. W (Schöne Musik und schicke Schwoofschuhe)
  • RRRauschenberg (Hauptstadtexilantin im Heimaturlaub)
  • Möner (Schemeldebütantin, fürs Kettenkarussel zugelassen)
  • Tanzfreudige und gesellige Enthusiasten sind herzlich eingeladen! (Text und Flyer von RRR)

    Freitag, Februar 27, 2009

    Marcus Lenz - Close

    Jost ist ein Getriebener. In seiner Wut ist ihm jede Gelegenheit zur Provokation recht, denn er will sich beweisen, dass er von niemandem abhängig ist und nichts zu verlieren hat. Einsam pöbelt er durch die Straßen der Großstadt. Wird er nach seinem Namen gefragt, lautet die Antwort stets: „Rate doch mal“. Eines Abends trifft er in einem verlassenen Haus auf Anna, die sich dort als einzig verbliebene Mieterin in ihrer Wohnung von der Außenwelt abgeschottet hat. Wo Jost ungestüm nach außen drängt, zieht Anna sich vor der Gesellschaft in die innere Isolation zurück. Verbunden werden die beiden ungleichen Einzelgänger durch ihre Furcht vor der Sprache. Denn Worten, die ihnen die Wahrheit vor Augen führen könnten, gehen sie lieber aus dem Weg. Zwischen ihnen entlädt sich eine heftige und sexuell aufgeladene Gewalt, durch die im Wechselspiel von Macht und Unterwerfung der jeweils andere zum Ausbruch aus dem selbst gewählten Kerker genötigt werden soll. Gemeinsam eilen sie einer finalen Katastrophe entgegen, auf die jedoch auch ein kleiner Lichtblick fällt. Regisseur Marcus Lenz hat mit Close ein Kammerspiel der Gesten und Mimiken inszeniert, in dem kein Wort zu viel fällt und dessen Regeln Christoph Bach und Jule Böwe in den Hauptrollen meisterhaft beherrschen.

    Donnerstag, Februar 05, 2009

    Sin Fang Bous - Clangour

    Aus Island erreicht uns nicht nur Musik von drückender Traurigkeit. Die Insel beheimatet auch den wunderbar leichten Folkpop der Band Seabear. Ihr Sänger und kreativer Motor Sindri Mar Sigfusson fand auf der Suche nach einem Ventil für seine unzähligen musikalischen Ideen zum Solo-Projekt Sin Fang Bous.

    Auf Clangour – so der Titel des ersten Longplayers – wird in ausgewogener Balance aus Experimentierfreude und Eingängigkeit ein schillerndes Mosaik aus findig ausgesuchten musikalischen Elementen zusammengewerkelt. Ob intuitive Songwriter-Miniaturen (Poirot), virtuose Indie-Etüden (Clangour And Flutes) oder durchdachte und variationsreiche Pop- und Folk-Ausarbeitungen (Catch The Light; Melt Down The Knives; Lies): Allen Liedern wohnt der Drang zur Weiterentwicklung inne und vor allem das Vergnügen am kreativen Spiel mit Instrumenten und Tönen. Dass Sigfusson ein großer Bastelfan ist, beweist zudem sowohl das Album-Cover als auch das Video zur ersten Single Advent In Ives Garden: Liebevoll in Szene gesetzte Figuren, mal gezeichnet, mal aus Pappmaché geschnitten und animiert, bestimmen das Geschehen und erinnern in ihrem Arrangement an die Traumsequenzen aus Michel Gondrys Film Science Of Sleep. Überhaupt gäbe Clangour den idealen Soundtrack für einen verspielten Animationsfilm ab. Den höchsten Anspruch stellte Sigfusson bei der Produktion des Albums übrigens an sich selbst, sicherlich auch, um das Profil des eigenen Projektes gegenüber seiner Band Seabear zu schärfen: „I wanted to try to do stuff with my voice I hadn’t done before so there's some singing above my range there and singing through lots of effect stuff.“ Auf Clangour wird die Herausforderung gesucht und zugleich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefunden. Damit öffnen sich kunterbunte Klangräume, die immer neue Eindrücke bieten, je öfter man sie aufsucht.

    Dienstag, Januar 06, 2009

    Creaky Boards - Live

    Von Michigan in die große Stadt: Im Jahre 2004 kehrte Andrew Hoepfner seiner Heimat und dem Indiepopkollektiv Saturday Looks Good To Me den Rücken und machte sich auf nach New York. Hier rief er das Projekt Creaky Boards ins Leben, dessen aktuelles Werk nicht von ungefähr den Titel „Brooklyn Is Love“ trägt. Ein leichter Hang zu Broadway-Theatralik paart sich darauf mit eingängigen Schwoofpop-Melodien, 60er Jingle-Jangle und Beach-Boys inspiriertem Gesang. Nun tourt Andrew zusammen mit Creaky Boards wieder durch Europa. Und mit ihnen weht ein Hauch von großer Welt in die kleine Goldkante. Come to hear these Songs to remember! Präsentiert vom Team Red.

    Montag, 02.02.2009
    ab 2000 Uhr
    Goldkante, Bochum

    Donnerstag, Dezember 25, 2008

    Adolescent Sex



    Whatever gets you through the night
    Just keep on dancing

    Dienstag, November 18, 2008

    Bochum ROYal

    Sa., 13.12.2008
    ab 21.00 Uhr
    in der Goldkante, Herner Str. 13, Bochum


    Bochum ROYal – Liste der Rolls ROYces


    22.00 – 22.15
    Steven From Bascom
    Hercules & Love Affair

    22.15 – 22.30
    Atee
    MGMT - Oracular Spectacular

    22.30 – 22.45
    Tobias K.
    Flying Lotus - Los Angeles

    22.45 - 23.00
    Daniel N.
    Bellavista

    23.00 - 23.15
    Tobias P.
    Elephant 9 - Dodovoodoo

    Montag, November 10, 2008

    Flyte Tymes FÄLLT AUS

    Der für Samstag, den 15. November 2008 angekündigte New Jack Swing-Abend findet NICHT statt. In der Goldkante gibt es an dem Abend ein anderes Programm.

    Dienstag, Oktober 14, 2008

    Nix Gutes Mehr

    Kreativpause bei nur-die-guten. In diesem Monat wird es keine sinnhaltigen Beiträge mehr geben (ob es die vorher gegeben hat, mag jede(r) für sich entscheiden). Ob und wie es einmal weitergeht, wird die Zeit und die Lust dazu entscheiden. Bis dahin verweise ich auf die anderen tollen Blogseiten, die hier rechts in der Spalte anklickbar sind. Oder lest doch einfach mal wieder ein Buch. Das hier zum Beispiel.

    Mittwoch, September 24, 2008

    William DeVaughn - Be Thankful For What You Got

    Ein Song für die Insel, ein Song für die Ewigkeit, a song to remember; eines Tages, wenn es zuende geht, wird hoffentlich die Frage gestellt, was man noch mitnehmen möchte. Das hier sollte bitte dabei sein. Remember brothers and sisters / You can still stand tall.

    Montag, September 15, 2008

    Jersey - Itinerary

    Jersey nennen ihr Album Itinerary. Dazu steht im Wörterbuch: Route, Reise, Reiseverlauf. Den Beginn markiert ein Schild, auf dem steht: It’s the song, not the singer. Wo wurde man zuletzt von einem Instrumental wie Moondial derart eingefangen? Richtig, auf If You Had Stayed von Contriva. Überhaupt Contriva: Jersey stehen ihnen sehr nahe, nicht nur, weil der Gitarrist Max Punktezahl in beiden Bands spielt. Auch, weil dies Musik ist, die einem beisteht, die begleitet, den Weg weist. Musik als Freund, der einem die Tür öffnet, wenn man in verzweifelten Momenten nicht weiß wohin. Musik, die Energie freisetzt, Entschlossenheit zurückgibt und Grimassen schneiden lässt, weil alles doch nur halb so schlimm ist. Denn es gibt sie, Lieder wie Touch The Ground, Shoeshine oder Icebound, die in irgendwelchen Parallelwelten Riesenhits sein müssen, im Diesseits bei Radio Power Play jedoch niemals laufen werden. Macht nichts, man will sich ja auch nicht von jedem Hansel grüßen lassen. Zu guter Letzt ist man kurz versucht, pathetische Sätze über Jerseys Songwriting zu formulieren oder darauf hinzuweisen, dass zwischendurch auch gesungen wird. Doch belässt man es lieber bei einem Kalauer und gibt der Platte – Obacht! – die volle „Punktezahl“. Myspace