James Brown (und noch zwei andere)
R.I.P. James Brown
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R.I.P. James Brown
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Steven Bascom
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Labels: Ikonen, Konzerte, Paisley Park
Mal ehrlich: Was wären die letzten 21 Weihnachtsfeste ohne "Last Christmas" gewesen? Irgendwie gehört George Michaels ewiger Tantiemengarant zum Fest dazu, und sei es nur, damit man sich alle Jahre aufs Neue darüber aufregen kann. Im 22. Jahr kommt nun eine Version hinzu, mit der man vielleicht nicht die Geschichte, aber doch die eigenen Sätze umschreiben muss: Was wäre "Last Christmas" ohne die in dramatischer Hoffnungslosigkeit versinkende Umdeutung von Mon)tag? Hört selbst.
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Steven Bascom
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1:03 PM
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Labels: Liedgut
Ein Film, den freimütig fickenden Geschlechtsteilen gewidmet. Mit einem schwulen Pärchen plus Liebhaber, die sich gegenseitig die Schwänze oder die Nationalhymne in ihre Hintern blasen. Ein Film über New York als aufgedonnerte Pappkulisse, vor deren Hintergrund allein alles möglich und alles halb so schlimm erscheint. Der Zuschauer als Voyeur, als Sexclubbesucher, zwischen „all those beautiful boys, pimps and queens and criminal queers“, einer Sextherapeutin mit Orgasmusproblemen und einer Domina in Identitätskrise. Ein Film, der erzählt von Begierde, Sehnsucht, Traum, Furcht und Hoffnung; und der berichtet über das, was man von der Liebe denkt, wie man sie sich als Zehnjähriger vorgestellt und vielleicht bis heute nicht gefunden hat. Ein Film, so selbstverständlich, so leicht, so stark, so aufrichtig, so „normal“ wie man es nur sein kann. Und schließlich ein Film wohl nur für Wenige, den aber alle sehen sollten. Der beste Weihnachtsfilm des Jahres.
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Steven Bascom
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Labels: Kintop
Vor den zum Jahresende auf uns zurollenden Poll- und Listenlawinen möchte ich noch schnell meine drei Lieder des Jahres in Sicherheit bringen. Zwei der drei Künstler(gruppen) waren mir bis vor wenigen Monaten übrigens gänzlich unbekannt, aber man muss ja auch nicht immer so tun, als ob man Ahnung hätte. Warum ausgerechnet drei Lieder und nicht eines oder dreihundertsechsundfünfzig? Weil es drei klasse Songs sind, schon klar, aber auch, weil sie repräsentativ für die Richtungen stehen, aus denen ich 2006 am hungrigsten Musik gejagt und aufgesaugt habe und die ich mal mit „Saiten“, „Daten“ und „Kloppen“ markieren möchte.
In der „Kloppen“-Kategorie hat Prince mit „Black Sweat“ die Nase vorn. Mag sein, dass die wirklich großen Momente von Prince in den letzten Jahren seltener geworden sind. Hier blitzt jedenfalls mal wieder sein irres Gespür für die Bloßlegung des Wesentlichen auf. „Black Sweat“ ist ein bisschen die Essenz von „Kiss“ ins neue Jahrtausend hinübergerettet, freilich ohne catchy-Refrain, den es für einen Welthit gebraucht hätte: lüstern, knallhart, staubtrocken. Mit wenigen Handgriffen wird hier ein Groove gezimmert, der allen Epigonen neidvolle Blässe ins Gesicht treibt, mögen sie Pharrell oder Kanye oder sonstwie heißen.
Hot Chip sind in den Listen des Jahres Everybody’s Darling. Meiner auch, es hat ja auch kaum eine andere Platte für so belebenden Zugewinn im „Daten-Pop“ gesorgt wie „The Warning“. Konnte ich mich „Black Sweat“ bereits aus einer gewissen Distanz heraus nähern, so wird mir das mit Hot Chip kaum gelingen. Zu unmittelbar ist noch die Begeisterung für das Titelstück „The Warning“, einem Bandohrwurm von Melodie, der sich nun schon seit Monaten durch meine Gehirnwindungen frisst. Eines der wenigen Lieder, bei denen ich mir ganz sicher bin, dass ich sie auch noch in 15 Jahren mit ungebrochenem Glücksgefühl werde hören können. „Excuse me miss / I'm a dog on heat / I'm a complicated being / With love songs to eat / I'm a poor, starving baby / who can march all night / I'm a mechanical music man / And I'm Starting a fire.“ Leider besitze ich „The Warning“ ja nur als, äh, private Kopie, hallo Weihnachtsmann, magst Du mir mal die Vinyl-Platte unter den Baum legen?
Midlake währen ohne den „Cooporative Music Volume 3“-Sampler vermutlich an mir vorbeigegangen. Bereits „Head Home“, der CD-Track, lies mich aufhorchen, endgültig geknallt hat es dann beim Video zu „Young Bride“ auf der DVD. Zu Beginn fadet das Lied langsam hoch, ein Trick, der weder neu noch innovativ, aber immer noch wirkungsvoll ist: Ein wehmütiges Violinen-Intro, das seine Stimmung an ein beharrliches Schlagwerk übergibt, ein synkopischer Bass setzt ein und dann endlich die hymnische Erlösung wenn die Saiten loslegen. Lied und Video sind einfach zu schön, um ungewürdigt zu bleiben. Ich werde alle drei Lieder übrigens beim kommenden Auflegeabend dabei haben, wenngleich die Dine neulich meinte, dass ihr der penetrant hohe Pfeifton in „Black Sweat“ ziemlich auf die Nerven gehen würde.
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Steven Bascom
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2:41 PM
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Labels: Liedgut
„Sag mal Don, kannst Du Dir für Deine Ankündigungen nicht mal was anderes einfallen lassen? Diese Altherrenwortspiele gehen auf Dauer echt nicht!“ Die Dine war nicht gerade begeistert, schließlich ging es um Weihnachten und um jede Menge Emotionen. Der Don blieb cool: „Passt schon, Dine. Das Goldkantenpublikum kann auf jeden Fall Englisch. Du wirst Augen machen, wenn sie sich bei Harrisons „My Sweet Lord“ genau an der Hare-Krishna-Stelle in den Armen liegen, nur, um sich dann bei „Christmas Rappin’“ in den Schritt fassen zu können. Curtis Blows! Und wetten, dass sie uns Geschenke mitbringen, wenn wir die 5 Weihnachts-Platten von Sufjan Stevens durchlaufen lassen?“ – „Träum weiter“, ließ sich die Dine nicht beirren. „Ein Song davon tut’s auch! Und damit das mit dem „Be“-sinnlichen Abend auch klappt, pack ich mal sicherheitshalber Mogwai und MS. John Soda ein. Zum Schluss lass ich dann den Ballon der Montgolfier Brothers steigen. Was sagst Du nun?“ – „Den Ballon der Montgolfier Brothers, hahaha, ich lach’ mich kaputt, Dine, erzähl Du mir noch mal was von Wortspielen, aber klar, damit kriegen wir sie alle!“
Weitere DJ-Dialoge gibt es dann am 25. Dezember in der Goldkante.
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Steven Bascom
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12:49 PM
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Labels: Dons Disco, Infos
Wenn ein Song exemplarisch all das vorführt, was mich an Disco so begeistert, dann ist es „Let’s Get Together“ von Pam Todd And Love Exchange. Von den vielen Tracks, die (der heute zu unrecht in Vergessenheit geratene) Greg Carmichael in jener Ära produziert hat (z.B. für Carol Douglas oder die Universal Robot Band), ist dieser nach meinem Dafürhalten der am cleversten arrangierte: Ein verlockender Beckenschaukel-Beat mit koketten Congas, dazu dezentes, aber wirkungsvolles Streicher-Dekor sowie Emotionen hochpeitschende Bläser-Brücken. Ohne Pam Todds euphorischen Canto wäre dieser Song nichts, und doch sind es vor allem die ausgedehnten Instrumental-Parts, welche die Salonlöwen dieser Welt sich nach niemals enden wollenden Disco-Nächten verzehren lassen. Aus genau diesem geschickten Zuspiel von Gesang- und Tanz-Passagen zieht „Let’s Get Together“ eine sich immer wieder aufs Neue aufreizende Spannung. Falls jemand das Album gleichen Titels sieht und auch nur den kleinsten Funken für Disco übrig haben sollte, so sei die Anschaffung unbedingt empfohlen.
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Steven Bascom
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1:43 PM
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Labels: Disco Liebt Dich, Liedgut
Eine Compilation, die man haben musste. Nr. 117 im Vier-Spur-Sound, direkt aus dem Probekeller. Das letzte Stück kurz vor Auflösung der Band. H.P. singt mit von Rubinen belegter Stimme, D.W. schlägt als gäbe es ein Morgen ohne Grauen. Sechs Minuten Vergänglichkeit. Der Rest wird zur Geschichte, die erzählt von verklärter Hoffnung, von geplanter, aber immer wieder verworfener Zukunft, von erloschenen Monden. Oder von der Nacht, in der Du Dir eine letzte Zigarette angezündet hast, deren Glut bis zur Dämmerung brannte. Ob ich H.P. Zinkers Platte noch immer in Deinem Regal fände, wenn ich im ersten Morgenlicht nach Schlaf suchte?
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Steven Bascom
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10:20 PM
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Labels: Liedgut
Wer die Abenteuer des Pinocchio gelesen hat, wird sich vielleicht noch an die sprechende Grille erinnern. Sie redet der einfältigen Holzfigur immer dann ins Gewissen, wenn sie mal wieder auf einen Schwindel hereinzufallen droht. Doch auch wenn diese pädagogische Instanz für jede Situation das rechte Handeln aufzeigt, bringt Pinocchio sie stets mit einer abweisenden Geste zum Schweigen. Seither steht „Il Grillo Parlante“ im Italienischen sprichwörtlich für ein Werte wahrendes und gerade darum mitunter lästiges Gewissen, dessen Mahnungen der genuss- und abenteuerfreudige Mensch meist gegen jede so genannte „Vernunft“ ausschlägt.
Beppe Grillo ist die sprechende Grille Italiens. Seit nun fast dreißig Jahren hat der Fernsehmoderator, Kabarettist und Satiriker die undankbare Aufgabe übernommen, seinen Landsleuten ins nicht immer reine Gewissen zu reden, Missstände anzuklagen und vor allem Politiker jeglicher Couleur die Leviten zu lesen. Dabei geht es freilich nicht so dezent zu wie im Kinderbuch, aber immer laut und gerecht. Keiner der unzähligen öffentlichen Auftritte Beppe Grillos kommt ohne ätzende Monologe, aufstampfende Füße oder verwünschende Gesten aus. Sein unermüdliches Wirken und seine Popularität wurden Anfang des Jahres in einem ausführlichen Artikel in der Zeit gewürdigt. Dort steht eigentlich alles, was der deutsche Italienfreund über ihn wissen muss. An dieser Stelle sei aber noch die regelmäßige Lektüre von Beppe Grillos Blog empfohlen, der sicher, selbstironisch, unabhängig und stets unterhaltsam durch die für deutsche Beobachter nicht immer durchsichtigen italienischen Verhältnisse lotst – und den man übrigens auch in Englischer Sprache verfolgen kann. Bada, Grillaccio del mal'augurio!
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Steven Bascom
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Labels: Ikonen, Netz-Werk, Okay Italia
Nach der Lektüre dieses Artikels und der Prüfung meiner derzeitigen finanziellen Möglichkeiten habe ich beschlossen, alle Fotos auf dieser Seite, die nicht von mir geschossen oder mir nicht ausdrücklich zur Nutzung freigestellt worden sind, zu entfernen. Ich bitte die dadurch entstehenden inhaltlichen und graphischen Verzerrungen zu entschuldigen - aber Ihr kommt hier ja eh nur wegen der Texte gucken, nicht wahr?
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Steven Bascom
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11:35 AM
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Wie ungerecht: Da schreibe ich über ein Lied von The The, aber in der Überschrift steht nicht „Slow Emotion Replay“. Dabei war „Dusk“ das Album des Jahres 1993, das am nachhaltigsten meine bis dato selbstverständlich gewordenen Hörgewohnheiten umgekrempelt hat. 1993 habe ich in einem heute nicht mehr existierenden Plattenladen gearbeitet und, höchst erfreut über den nahezu uneingeschränkten Zugriff auf Musik, alles gehört, was mir in die Finger kam, auch den hinterletzten Scheiß. Bis zu jenem Zeitpunkt konnte ich mit The The nicht viel anfangen. Es gibt Musik, da muss der Zeitpunkt einfach stimmen, man muss bereit für sie sein. Furchtlos gegenüber der Infragestellung und achtsam gegenüber der Koexistenz von Werten. Als dann die kongeniale Kollaboration von Matt Johnson und Johnny Marr meinem persönlichen Befindlichkeitshorizont mal eben ein paar Welt-Hits bescherte, fühlte ich mich nicht so sehr emotional überwältigt, sondern eher wie jemand, dem man alle Lebensweisheiten als trockenen Martini zum Bitte-nur-mal-dran-Nippen gereicht hat:
„'cause I ain't ever found peace upon the breast of a girl
I ain't ever found peace with the religion of the world
I ain't ever found peace at the bottom of a glass
sometimes it seems the more I ask for the less I receive“
Ob es die schwitzige Mundharmonika im Intro von „Dogs Of Lust“, die simple Treffsicherheit von „Lonely Planet“ („If you can’t change the world, change yourself. And if you can’t change yourself then…change the world“) oder eben die Zusammenfassung meiner kleinen spät-post-post-pubertären Lebenswelt in einem einzigen Song (wie gesagt: „Slow Emotion Replay“) war: Mit dieser Platte wird Matt Johnson unsterblich sein so lange ich lebe.
Bald darauf zog ich los und legte mir einen kleinen The-The-Back-Katalog an. So als ob es nur anderer Sinneseindrücke bedurfte, um das einmal Erlebte reproduzierbar zu machen. Das konnte natürlich nicht funktionieren. „Infected“ oder „Soul Mining“ sind zweifellos großartige Alben, aber ein erstes Date lässt sich eben nicht wiederholen – und dann war da ja auch noch die Sache mit dem Zeitpunkt…
„Giant“, das vorletzte Lied auf „Soul Mining“ hat sich ganz langsam, über einen langen Zeitraum, unbemerkt angeschlichen. Immer mal wieder ließ ich das Album versuchsweise durch meinen Player laufen, selten ist dabei etwas hängen geblieben. Ich könnte „den Zeitpunkt“ also gar nicht benennen, jenen Moment, in dem dieses 9-Minuten-Ungetüm mich mit all seiner Kraft gepackt und im Schleudergang durchgewirbelt hat. Aus heutiger Sicht wirkt vieles an „Giant“ etwas antiquiert: das 80er-Plastik-Schlagzeug aus dem Computer, der Synthesizer-Bass oder die Afro-Percussions und Kriegspfad-Gesänge, die gegen Ende die Führung im Arrangement übernehmen. Und doch ist nichts an „Giant“ peinlich, im Gegenteil sind all diese Elemente in ihrem Zusammenspiel unwiderstehlich hypnotisch. „Giant“ ist der große Bruder vom knapp 10 Jahre später aufgenommenen „Slow Emotion Replay“. „Giant“ ist Goliath, „Slow Emotion Replay“ sein David. So ein Satz wie „How Can Anyone Know Me When I Don’t Even Know Myself“ ebnete den Weg für „Everybody Knows What’s Going Wrong With The World – I Don’t Even Know What’s Going On In Myself“. Wer den „Kampf“ der Brüder gewonnen hat? Fragt mich doch noch mal, wenn es die Letzte Ölung gibt. Reinhören.
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Steven Bascom
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6:41 PM
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Labels: Liedgut, Plattenpapst
Aus einer (für diese Seite leicht überarbeiteten) Mail, die ich neulich an R.R.R. geschickt habe:
"Großartig - dieses Attribut gehört auch zum Phoenix-Konzert. Zunächst spielten ja die Fotos-Buben im Vorprogramm. Trotz kränkelndem Sänger durchaus unterhaltsam, aber es waren halt Buben. Ein schön durchmischtes Publikum passend zum 25-jährigen Zechen-Jubiläum. Eltern hafteten für ihre Vor-Abi-Kinder. Phoenix haben dann alles umgehauen, sehr rockig, noch druckvoller als auf der letzten Platte und dabei ungemein sympathisch. Auch die alten Songs im neuen Stachelpanzer. Als Zugabe ein äußerst charmanter Gruß an die Kollegen von Air. Schließlich ist der Sänger von der Bühne gesprungen und hat die begeisterte Menge erst ums Mikrokabel und dann um den kleinen Finger gewickelt. Alle waren völlig aus dem Häuschen. Habe ein paar Fotos gemacht, die müssen aber mal wieder erst entwickelt werden. Vielleicht gibt es auch noch einen ausführlichen Bericht auf meiner Blogseite, mal sehen..."
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Steven Bascom
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12:25 PM
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Labels: Konzerte
Gestern Morgen zog ich ein Werbeprospekt der Firma „Auto Teile Unger“ aus dem Briefkasten. Darauf ein debil grinsender Michael Schumacher, der seine Faust nach vorne und daran seinen Daumen nach oben reckt. Wir kennen sie alle, diese Geste des virilen Optimismus, diese Dauererektion des kleinen Mannes, der seinen phallischen Lutscher nur zu gerne in die Kamera hält, kaum dass er ihn vom nuckeln entwöhnt hat. Der Deppen-Daumen steht nämlich immer, Potenzstörungen sind ihm fremd. Doch welche Intention mag wirklich mit dieser Gebärde verbunden sein? Allein ein „Prima!“, „Spitze!“ oder „Top!“ signalisieren zu wollen, rechtfertigt noch lange nicht ihre pestizidartige Verbreitung. Verbirgt sich dahinter vielleicht eine auf den Saugreflex der Damenwelt gerichtete Provokation? Oder ist es einfach nur ein arglos übernommenes atavistisches Relikt aus einer Zeit, in der das Auf oder Ab des Daumens über Leben oder Tod entschied? Daumen hoch, hier kommt der Gladiator der Gegenwart?
Michael Schumacher ist jedenfalls in bester Gesellschaft. Kaum eine Lokalmeldung kommt heute noch ohne die Dominanz des Deppen-Daumens aus. Kein Bürgermeister, Gewerkschafts-Vertreter, Ortsvereins-Vorsitzender oder Air-Berlin-Pilot, der nicht bereitwillig den Trimm-Dich-Pfad der Selbst-Vermarktung eingeschlagen hätte. Bleibt nur zu hoffen, dass die Daumen-Diktatoren bald ihre metrosexuelle Seite entdecken und sich das Ding sonst wo hinstecken. Zum Beispiel in den Mund. Da fällt mir gerade ein: Kommt jemand mit in „Thumbsucker“?
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Steven Bascom
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Labels: Dons Deppen